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Datenschutz auf Singlebörsen: was du preisgibst

Ein Dating-Profil verrät oft mehr, als du hineinschreibst. Hier steht, welche drei Angaben dich am schnellsten identifizierbar machen und wie du sie sinnvoll dosierst.

Ein Profil auf einer Singlebörse ist eine Visitenkarte für Fremde. Beim Anlegen vergisst man das gern: Du füllst Felder aus, lädst Fotos hoch, wählst deinen Ort, und am Ende steht da mehr über dich, als du einem Unbekannten beim ersten Bier erzählen würdest. Die drei Angaben, die dich am schnellsten auffindbar machen, sind Fotos, Name und Standort. Für jede davon gibt es einen Weg, sie zu nutzen, ohne dich komplett offenzulegen.

Fotos: das Bild ist meist die schwächste Stelle

Ein Foto, das du schon auf Instagram, bei LinkedIn oder auf der Website deines Vereins verwendest, lässt sich per Bilder-Rückwärtssuche in Sekunden zuordnen. Wer dein Dating-Profil sieht, hat dann Nachname, Arbeitgeber und Freundeskreis gleich mit. Das ist der häufigste Fehler und leicht zu vermeiden: Nimm für die Singlebörse Bilder, die nirgendwo sonst im Netz stehen.

Schau dir außerdem an, was im Hintergrund zu sehen ist. Der Blick aus deinem Wohnzimmerfenster, das Firmenlogo auf dem Poloshirt, das Nummernschild am Auto: Jedes dieser Details grenzt ein, wo du lebst. Fotos mit deinen Kindern gehören gar nicht ins Profil, auch nicht mit verpixeltem Gesicht.

Ein technischer Punkt, der oft übersehen wird: Handyfotos speichern in den Metadaten Aufnahmeort und Uhrzeit. Nicht jedes Portal entfernt diese Daten beim Hochladen. Wenn du das ausschließen willst, mach vor dem Upload einen Screenshot vom Foto und lade den hoch; der enthält keine Ortsdaten.

Klarname und Beruf: die Kombination ist das Problem

Der Nutzername sollte weder dein Klarname sein noch dein Instagram-Handle. Ein Vorname reicht für den Chat, und den kannst du auch erst in der zweiten Nachricht nennen. Den Nachnamen bekommt jemand, wenn ein Treffen fest vereinbart ist, nicht vorher.

Heikler als der Name allein ist die Summe der Einzelangaben. „Lehrerin in Jena, Mitte 30, spielt Volleyball im Verein“ ist zusammen mit einem Foto keine anonyme Beschreibung mehr, sondern eine Suchanfrage. Je kleiner der Ort und je spezieller der Beruf, desto schneller läuft die Zuordnung. Schreib deshalb lieber die Branche als die Firma, lieber „Gesundheitswesen“ als „Klinikum“, lieber „Sport im Verein“ als den Vereinsnamen.

Für die Anmeldung lohnt sich eine eigene E-Mail-Adresse, die du nur fürs Dating nutzt. Sie hält Werbung aus deinem Hauptpostfach fern, und falls das Portal irgendwann ein Datenleck hat, hängt daran nicht die Adresse, mit der du Online-Banking machst. Die Telefonnummer gibst du erst heraus, wenn das Treffen wirklich steht; bis dahin läuft der Kontakt über den Chat des Portals.

Standort: Umkreis statt Wohnort

Viele Portale fragen nach dem Wohnort, manche Apps greifen direkt auf den GPS-Standort deines Handys zu. Beides dient dazu, Menschen in deiner Nähe zu finden, aber beides lässt sich auch gegen dich verwenden. Wer die Entfernung zu dir von verschiedenen Punkten aus abliest, kann aus „1,2 km“, „3,4 km“ und „0,8 km“ mit etwas Geduld deine Straße eingrenzen.

Die einfachste Gegenmaßnahme: Gib als Ort die nächste größere Stadt an, nicht den Stadtteil oder das Dorf. Wer in Erfurt sucht, verschwindet in der Masse; wer sein Profil auf ein Dorf im Eichsfeld stellt, ist dort die einzige Person mit dieser Beschreibung. Bei Apps mit Standortfreigabe stell die Berechtigung auf „nur bei Nutzung“ und schalte sie ab, sobald du die App schließt.

Wie stark die Ortsangabe ins Gewicht fällt, hängt von der Region ab, und ein Blick über die Landesgrenze macht das deutlich. In Sachsen-Anhalt liegen zwischen Halle, Magdeburg und der Altmark große Flächen mit wenigen Städten, und ein Profil mit exaktem Wohnort ist dort noch schneller einem Haus zuzuordnen als im Thüringer Becken. Wer sehen will, wie die Portale dort mit Umkreissuche und Ortsangabe umgehen, findet hier einen Überblick. Das Prinzip ist überall dasselbe: Der Umkreis gehört ins Profil, die Adresse nicht.

Was das Portal selbst über dich sammelt

Neben dem, was andere Mitglieder sehen, gibt es eine zweite Ebene: die Daten, die der Anbieter speichert und teilweise weitergibt. Dazu gehören Klickverhalten, Suchfilter, Nachrichten und bei manchen Portalen Angaben zu Religion, Gesundheit oder sexueller Orientierung, die nach der Datenschutz-Grundverordnung als besonders schützenswert gelten. Die Verbraucherzentrale hat die wichtigsten Punkte zum Datenschutz beim Online-Dating zusammengestellt; lies sie, bevor du irgendwo ein Profil anlegst.

Prüf vor der Anmeldung zwei Dinge. Erstens: Steht in der Datenschutzerklärung, ob Profildaten an Partnerunternehmen oder an andere Marken desselben Betreibers weitergegeben werden? Manche Anbieter führen mehrere Portale und blenden dein Profil auf allen ein.

Zweitens: Gibt es einen Unterschied zwischen „Profil deaktivieren“ und „Konto löschen“? Deaktivieren heißt meist: Profil unsichtbar, Daten bleiben. Löschen musst du ausdrücklich beantragen, und dazu bist du nach der DSGVO berechtigt. Lass dir die Löschung schriftlich bestätigen und behalte die Mail.

Bevor du dich anmeldest, geh diese Punkte einmal durch:

  • Fotos, die nirgendwo sonst im Netz zu finden sind, ohne Kinder, Logos oder erkennbare Hausfassaden
  • Ein Nutzername, der weder Klarname noch Social-Media-Handle ist
  • Als Ort die nächste größere Stadt, nicht der Stadtteil
  • Eine eigene E-Mail-Adresse nur für Dating
  • Datenschutzerklärung auf Weitergabe an andere Marken und Löschregelung geprüft

Das alles kostet dich beim Anlegen vielleicht eine Viertelstunde. Und es nimmt dir nichts, was für die Partnersuche wichtig wäre: Wer dich kennenlernen will, braucht dein Gesicht, deine Art zu schreiben und eine ungefähre Vorstellung, wo du wohnst. Nachname, Straße und Arbeitgeber bekommt er beim dritten Kaffee, wenn du das willst. Bis dahin gehören sie dir.

Die kostenlosen Singlebörsen im Überblick

Trag deine E-Mail ein — danach geht es direkt zur kostenlosen Anmeldung beim Partnerportal. Wir schicken dir gelegentlich Hinweise auf passende Portale und Aktionen; abmelden kannst du dich jederzeit.

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